Ein Desaster: Trafficeinbruch durch neue Google Bildersuche

Verstößt Google mit der kommenden Neuerung gegen das Urheberrecht?

Seit geraumer Zeit hat der Suchmaschinengigant seine Bildersuche in der englischsprachigen Version zugunsten der Nutzerfreundlichkeit überarbeitet.

Die neue Bildersuche kommt mit einer Slideshow in einer Art Web-App daher, welche die gefundenen Bildtreffer im Großformat auf der Seite von Google selbst darstellt – nachdem man in der alten Suche auf ein kleineres Vorschaubild klicken musste, um direkt zur Quellseite zu gelangen.

Google Bildersuche

Die neue Optik der Bildersuche

 

Dazu kopiert Google die Bilder einmalig auf die eigenen Server, um die Quellseite weniger durch Traffic zu belasten  (so Google). Dies sei zugunsten der Geschwindigkeit und Nutzerfreundlichkeit. In Deutschland ist die überarbeitete Suche noch nicht verfügbar – laut Google soll diese aber in Zukunft weltweit verfügbar werden.

Wo liegt der Haken?

Für Nutzer ergeben sich durch die Neuerung einige Vorteile hinsichtlich der Benutzbarkeit: schnellere Ladezeiten und bessere Vorschau der Bilder durch einfacheres Blättern per Tastatur. Doch auf der anderen Seite stehen die Websitenbetreiber, die durch das neue Feature einen deutlichen Trafficverlust hinnehmen müssen. Zwar verlinkt Google die jeweilige Website gleich vier mal mittels verschiedener Buttons (zuvor waren es zwei), doch ein Besuch der ursprünglichen Quellseite wird mehr oder weniger überflüssig.

Aufgrund der Tatsache, dass Google die Bilder aus fremden Quellen kopiert und auf der eigenen Seite präsentiert, erntet der Suchmaschinenbetreiber massive Kritiken und wirft natürlich die Frage der Urheberrechtsverletzung auf. Dass Google von der Suchmaschine zum Anbieter von Inhalten wird, könnte insbesondere für Leute wie Fotografen, die mit Bildern ihr Geld verdienen, existenzbedrohend sein. Auch verdienen unzählige Websitenbetreiber am Bilder-Traffic, der ihnen Klicks auf AdSense-Anzeigen auf der eigenen Seite beschert.

Einer Diskussion im Webmaster World Forum zufolge haben einige Webmaster sogar Traffic-Einbußen von 30% sowie einen um 50% verringerten Betrag an Erlösen durch AdSense (inhaltsbezogene Google Adwords Anzeigen auf externen Websites) zu verzeichnen.

Ein Google-Sprecher erläuterte auf die Anfrage hin, wann die neue Suche auch in Deutschland verfügbar sein werde, dass ggf. auch Anpassungen vorgenommen würden, „um unterschiedlichen nationalen Gegebenheiten gerecht zu werden“. Doch dass das neue System aufgrund der Urheberrechtslage hierzulande überhaupt legal wäre, bezweifelt manch einer.

Was kann man tun?

Im Netz stößt man bereits jetzt auf  verschiedene Möglichkeiten, sich gegen das neue System zu schützen. Zuallererst sollte erwähnt werden, dass man Google durch eine Anweisung in der robots.txt seiner Website das Crawlen von Bildern verbieten kann:

User-agent: Googlebot-Image
Disallow: /

Dadurch verhindert man aber lediglich den „Bilderraub“ durch Google und verbaut sich gleichzeitig den letzten Rest Traffic, der eventuell doch noch entstehen würde. Eine weitere Möglichkeit wäre die Platzierung von gut sichtbaren Wasserzeichen auf den eigenen Bildern – in der Hoffnung, dass Nutzer dann lieber dem Link zur Quellseite folgen und sich dort nach Bildern ohne Wasserzeichen umsehen. Diese könnte man dann auf der entsprechenden Seite einbinden und mittels einer spezifischeren Disallow-Regel von der indizierung ausschließen:

User-agent: Googlebot-Image
Disallow: /fotos/meinfoto.jpg

Und zu guter Letzt bietet sich anstelle des Wasserzeichens an, Google nur eine verkleinerte Version des Bildes preiszugeben – was den Nutzer ebenso dazu verlocken sollte, die Zielseite aufzurufen.

Weiterführende Links

Ein ausführlicher Artikel zum Entfernen von Bildern aus der Google-Bildersuche finden Sie auf  tagseoblog.de.

In einem Beitrag auf dem Blog des ZDF geht es unter anderem um eine Petition des Fotografen Michael Schilling, der mit seiner Online-Kampagne „Verteidige Dein Bild“ gegen den Bilder-Skandal vorgehen will.

Wie die neue Bildersuche durch einen „Hack“ bereits mit falschen Bildern infiltriert wurde, können Sie hier nachlesen.

 

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Über den Autor

Bastian Sens

Bastian ist seit 2010 Geschäftsführer der Website-OpTEAMierer von Sensational Marketing in Leverkusen. In seinen Seminaren erklärt er anschaulich, wie Google funktioniert und Websites für Google und mehr Aufmerksamkeit optimiert werden können.

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