Erst locken und dann abkassieren: Google Merchant Center wird kostenpflichtig

Google Merchant CenterBereits im Mai 2012 kündigte Google seine Initiative zur schrittweisen Verbesserung der Shopping-Suche an, die in den USA bereits am 17. Oktober letzten Jahres abgeschlossen wurde. In Deutschland wird die erste größere Veränderung am 13. Februar 2013 eingeführt, indem die Shopping-Suchergebnisse visuell übersichtlicher auf den Ergebnisseiten präsentiert werden.

Die grundlegende, bevorstehende Neuerung ist jedoch, dass Händler künftig für ihre Produktanzeigen bezahlen müssen – nachdem bisher keinerlei Gebühren erhoben wurden. Beim geschätzten Umsatz von 1,3 Milliarden Dollar, den die Betreiber von Online-Shops aufgrund von Shopping-Ergebnissen in der Google Suche erwirtschaftet haben, ist dies ein durchaus nachvollziehbarer Schritt.

Bezahlung pro Klick

Nach dem selben Schema wie auch bei Google AdWords-Anzeigen sollen die Preise für die neuen, sogenannten Product Listing Ads (PLA) per Klick abgerechnet werden. Das Ranking innerhalb der Google Shopping Anzeigen soll sich „nach einer Kombination aus Relevanz und Angebotspreis“ richten, so Google. Die Position der gesponsorten Shoppingergebnisse wird in Zukunft an der Stelle sein, wo zurzeit noch AdWords-Anzeigen zu sehen sind. Auch sollen die Produkte größer dargestellt werden, damit optische Merkmale besser zu erkennen sind.

Google Shopping Ergebnisse

Die Produktlistings der Google Shopping-Suche werden künftig rechts oben platziert.

 

Wozu das Ganze?

Google möchte mit der Veränderungen an seiner Produktsuche vor allem ein schöneres Shoppingerlebnis für den Nutzer bieten. Diesem soll ein Vergleich verschiedener Produkte mitsamt ihrer Merkmale und Preise ermöglicht und eine anschließende Kontaktaufnahme zum Händler gewährleistet werden. Ein kommerzielles Modell, bei dem die Händler für die Produktlistings bezahlen müssen, führe zu qualitativ besseren und aktuelleren Produktinformationen und damit zu besseren Einkaufsergebnissen, so Google.

Mehr Transparenz durch „Google Trusted Stores“

Google Trusted StoresDas Internet ist geradezu überfüllt von Online-Shops verschiedenster Formate und Größen, unter denen sich auch das ein oder andere „faule Ei“ befindet .

Ein neues Angebot von Google zielt darauf ab, Online-Shops aufgrund von guten Serviceleistungen oder auch Verlässlichkeit der angegebenen Versanddauer auszuzeichnen und dem Verbrauchen dadurch bei der Kaufentscheidung behilflich zu sein. Das System existiert zurzeit nur in der Beta-Phase und wird womöglich mit einer der kommenden Änderungen, die bis zum Ende des 2. Quartals abgeschlossen sein sollen, implementiert.

Eine Auszeichnung als Google Trusted Store wird sich womöglich auch positiv auf das Ranking der Produktanzeigen auswirken.

Fazit

Ob aus der neuen, kommerziellen Regelung tatsächlich qualitativ höherwertige Produktangebote mit ebenso ansprechenden Zielseiten resultieren, bleibt abzuwarten –  wobei dieser Schluss durchaus nahe liegt. Google verzeichnet in dieser Hinsicht laut eigenen Angaben bereits Erfolge der vor ca. 4 Monaten in den USA abgeschlossenen Umstellungen.

Ein Anreiz für Händler, die Anzeigen mit Produktinformationen schalten möchten, stellt ein einmaliges Werbeguthaben über 75 Euro dar, welches Google jedem Händler gutschreibt, der sich bis zum 12. April 2013 mit einer Produktkampagne im Google Merchant Center registriert. Weitere Voraussetzungen sowie das zugehörige Anmeldeformular finden sich hier.

 

Foto: © Erhan Ergin – Fotolia.com

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Über den Autor

Bastian Sens

Bastian ist seit 2010 Geschäftsführer der Sensational Marketing GmbH in Leverkusen. In seinen Büchern und Seminaren erklärt der Online-Stratege anschaulich, wie Unternehmen strategisch im Online-Marketing noch besser agieren können.

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