Besucheranalyse: Welche Alternativen gibt es zu Google Analytics?

Google Analytics ist das wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Tool für Webmaster, um den Besucherstrom auf die eigene Website inklusive Parameter wie Besucherherkunft, Verweildauer und Absprungrate zu analysieren. Diese und weitere Daten geben Aufschluss darauf, wie effektiv ein Webauftritt Interessenten bzw. potentielle Kunden für ein Produkt oder eine Dienstleistung anspricht. Insbesondere auch die Online-Marketing-Kanäle nach deren Profitabilität zu prüfen.

Die Frage dabei lautet: Wie bekomme ich mehr Besucher auf meine Website und wie schaffe ich es, eine Website für Besucher attraktiv zu optimieren, um möglichst viele Kontaktanfragen oder Bestellungen zu erhalten?

Nicht nur der Suchmaschinenriese Google bietet Tools für diesen Zweck an – auch eine Handvoll weiterer Anbieter stellt Werkzeuge mit vergleichbaren Möglichkeiten bereit. Doch reicht deren Potential an Google Analytics heran?

Alternative Tools zu Google Analytics

Google Analytics galt lange als ein datenschutzrechtlich umstrittenes Tool, weil es die IP-Adresse von Nutzern, welche eine benutzerbezogene Angabe darstellt, an einen Dritten (Google) übermittelte. Die juristische Problematik ist allerdings insofern nicht mehr aktuell, als dass die IP-Adressen mittlerweile anonymisiert getrackt werden. Nichtsdestotrotz „zahlt“ man bei Google mit seinen Daten, die für die Verbesserung der Google-Dienste herangezogen werden.

Während das Google-Tool mit einer breiten Palette an Möglichkeiten aufwartet, sehen sich nicht wenige Webmaster nach alternativen Werkzeugen um, bei denen Zweifel mit dem Handling persönlicher Daten erst gar nicht aufkommen.

1. Piwik

Piwik ist eine Open-Source-Software zur Analyse und Auswertung von Besucherzugriffen auf eine Website. Nach Google Analytics war Piwik im Mai 2012 das meistverwendete Webanalytik-Werkzeug in Deutschland (Quelle w3techs.com).

Ein wesentlicher Unterschied zu Google Analytics ist, dass die Software auf dem eigenen Server installiert wird und demzufolge keine Daten an externe Server versendet. Dies wird von Piwik-Nutzern oft als der größte Vorteil angesehen, denn die Auswertung und Speicherung jeglicher Daten erfolgt lokal. Auch ist eine individuelle Anpassung und Erweiterung der Software möglich (Open Source).

Der Funktionsumfang  des Tools ist etwas geringer als die von Google bereitgestellte Funktionspalette – beispielsweise sind die Auswertungsmöglichkeiten im Bereich Marketing bei Piwik nicht ganz so zahlreich wie bei vergleichbaren Tools. So fehlt z.B. die Möglichkeit der Customer Journey-Analyse,  also das Verfolgen des Kundenpfades im Internet. Weiterhin werden Nutzer von Google AdWords eine Schnittstelle zum Verknüpfen der Besucherdaten mit dem AdWords-Konto vermissen (Quelle: blog.namics.com).

2. etracker

Das Web Analytics Tool von etracker wird je nach Funktionsumfang in verschiedenen, kostenpflichtigen Versionen angeboten. Ebenso verfügbar ist eine Lite-Version mit sehr eingeschränkten Funktionen, die jedoch nicht für kommerzielle Anwender, sondern für private Websites konzipiert ist.

Bereits in der günstigsten, kostenpflichtigen Ausführung stehen dem etracker-Nutzer Funktionen wie Besucher-Live-Tracking, Klickpfad-Analyse und diverse Besucherstatistiken zur Verfügung. Ein separates Paket ermöglicht auch das Aufzeichen der Mausbewegungen von Besuchern (Mouse Tracking), was einen tieferen Einblick in deren individuellen Surfverhalten möglich macht. Über eine Google AdWords-Schnittstelle können Daten aus den eigenen Kampagnen automatisch integriert werden.

Sämtliche Tools der Hamburger etracker GmbH sind nach eigenen Angaben zu 100% datenschutzkonform – im Gegensatz zu diversen anderen Tools werden die Daten nicht einmal intern weiterverarbeitet. Dieser Service hat jedoch seinen Preis – etracker-Nutzer müssen sich mit den monatlichen Kosten von ca. 10-150 € abfinden oder sich mit der „abgespeckten“ Lite-Variante begnügen.

3. econda

Das Unternehmen econda bietet ebenfalls kostenpflichtige Produkte, zu denen ein Site Monitor zur professionellen Analyse von Websites sowie ein Shop Monitor gehören. Letzterer verfolgt speziell als Tool für Online Shops, dem Schwerpunkt des Anbieters, die Umsatzsteigerung sowie Webshop-Optimierung und ist nach Angaben des Unternehmens die meistgenutzte kommerzielle Web-Analyse-Lösung bei Deutschlands Top 100-Versandhändlern.

Die econda-Produkte bieten weiterhin Plugins zur Ergänzung des econda Monitors mit Daten aus externen Kanälen wie z.B. Google AdWords an. Auf diese Weise können auf Datenschutz bedachte AdWords-Nutzer die Verwendung von Google Analytics umgehen – denn genau wie etracker versichert econda 100-prozentige Datenschutzkonformität.

Die monatlichen Preise von econda sind abhängig von der Anzahl an Seitenaufrufen und betragen zwischen 50 und 1600 € plus einer ebenso hohen Einrichtungsgebühr – jeweils für ein Produkt (z.B. Site Monitor).

4. Webtrekk

Die Webtrekk Analysesuite kommt mit einem Funktionsumfang daher, der Google Analytics in nahezu keiner Hinsicht nachsteht. Von der täglichen Webanalyse über Live-Analytics bis zur Webseitenoptimierung ist Webtrekk nach eigenen Angaben speziell für große Datenmengen ein flexibles Webanalysesystem mit nahezu unbegrenzten Filter- und Auswertungsmöglichkeiten.

Hinzu kommt als besonderes Feature das TV Tracking, welches den Erfolg von TV Kampagnen ermittelt, indem Suchmaschinenanfragen mit dem Zeitpunkt von ausgestrahlten Werbespots direkt in Beziehung gesetzt werden.

Wie verschiedene andere Tools auch verfügt Webtrekk über diverse Schnittstellen und Plugins zur Integration von Web-Daten aus Shop- und Content Management Systemen sowie Google AdWords. Für Nutzer der ausschließlich kostenpflichtig erhältlichen Produkte führt Webtrekk zusätzlich kostenlose Onlineschulungen durch.

Für die günstigste Professional Version zahlen Webtrekk-Kunden ab 149 € monatlich, für die Premium Version werden mindestens 500 € pro Monat fällig (Quelle webanalyse-news.de).

Fazit

Das klassische Werkzeug für Besucheranalyse ist und bleibt Google Analytics – mit einer Vielzahl an Funktionen und Analysemöglichkeiten steht die Nutzung dieses kostenlosen Werkzeuges jedem Webmaster offen.

Doch längst steht Google Analytics nicht mehr ohne Konkurrenz da. Alternative Anbieter gewähren meist kostenpflichtig Tools mit ähnlichen Funktionen und in der Regel gilt: Je mehr ein Nutzer investiert, desto mehr bekommt er auch geboten.

Wer sich damit abfinden kann, dass Google die erhobenen Daten anonymisiert für Verbesserung der eigenen Dienste nutzt, für den ist Google Analytics in den meisten Fällen die beste Wahl. Im Zweifelsfall stehen unter anderem die hier vorgestellten Alternativen zur Wahl, die sich allesamt auch für eine begrenzte Zeit kostenlos testen lassen.

Bild: © maotun – Fotolia.com

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Über den Autor

Bastian Sens

Bastian ist seit 2010 Geschäftsführer der Sensational Marketing GmbH in Leverkusen. In seinen Büchern und Seminaren erklärt der Online-Stratege anschaulich, wie Unternehmen strategisch im Online-Marketing noch besser agieren können.

2 Comments

  1. Danke für die Ausführungen. Ich habe von einer abgespeckten Google Analytics Version gehört. Wie könnte man die einstellen bzw. gibt es sie überhaupt?
    Internette Grüße Lutze

    • Hallo Lutze,
      davon habe ich noch nichts gehört. Ich kenne lediglich eine Google Analytics Premium- Variante. Wenn du ein Content Management System (CMS) nutzt, könnte man noch mit einem Plugin arbeiten, wodurch man im CMS nur die wichtigsten Daten aufgeführt bekommt.
      Viele Grüße

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