Die perfekte Keywordrecherche für SEO

Keyword-Recherche – die Grundlage für deine Content-Optimierung

Wie schafft man es, seine Kunden nachhaltig zu begeistern – das fragt sich wahrscheinlich jeder (Online-)Marketer. Der erste Schritt bei der Optimierung einer Website führt so ziemlich als erstes zur Keyword-Recherche. Daran kommst du nicht vorbei, wenn du wichtige Hinweise auf die Bedürfnisse und Absichten deiner potentiellen Kunden erhalten möchtest. Denn genau das liefert die Keyword-Recherche: Durch deren Suchanfrage erfährst du, welche SEO-Strategie oder auch unternehmensübergreifende Online-Marketing-Strategie du fahren musst. Und ohne – da verschenkst du leider riesiges Potential.

In meinem Video erkläre ich dir genau, was es mit der Keyword-Recherche auf sich hat und welche Tools nützlich sind:

Wie sehen gute Keywords aus?

Ein Keyword sollte stets die Suchintention des Nutzers in den Fokus stellen. Hier unterscheidet man zwischen drei Kategorien: Die informationsorientierte Suchanfrage (wie?), die navigationsorientierte Suchanfrage (wo?) und die transaktionsorientierte Suchanfrage (jetzt kaufen). Diese Phasen zeigen die verschiedenen Stadien, die ein Konsument durchläuft, wenn er eine Kaufabsicht hat. Daraus abgeleitet existiert das AIDA(L)-Modell, das sich aus den Anfangsbuchstaben der verschiedenen Phasen zusammensetzt:

  • Attention (Aufmerksamkeit auf sich ziehen)
  • Interest (Interesse steigern)
  • Desire (Verlangen erzeugen)
  • Action (Handlung des Kaufs vollziehen)

Ich habe noch ein „L“ für Loyalty ergänzt, da mir die dauerhafte Kundenbindung gefehlt hat. Wichtig dabei ist, die gesamte Customer Journey zu beachten, d.h. alle Phasen abzubilden und nicht isoliert zu sehen.

Darüber hinaus solltest du dich auch nicht nur auf kürzere (shorttail) Keywords, wie Socken fokussieren. Je spezifischer die Suchanfrage, desto klarer ist die Suchintention und damit auch die Conversion-Rate (die Umkehrungsrate vom Besuch zur Anfrage oder Bestellung). Längere Keywords werden Longtail Keywords genannt. Konzentriere dich zu Beginn deiner Suchmaschinenoptimierung vor allem in diesem Longtail-Bereich.

Keywordrecherche entlang des AIDAL-Modells
Das AIDAL-Content-Modell

Dann im nächsten Schritt können wir oder sollten wir natürlich diese Customer-Journey auch abbilden mit unserer Keyword-Recherche. Darum geht es letztlich, dass wir uns nicht nur auf eine Phase konzentrieren, wo der Kunde sich befindet. Denn wenn wir uns jetzt nur auf „sneaker socken kaufen“ konzentrieren, dann sind wir natürlich weit an der Bestellung dran, aber sind noch nicht am Anfang dabei gewesen. Das heißt, das ist auch eine große Chance, wenn wir uns schon als Marke etablieren können. Also wir sind hier gefunden worden, aber auch hier, später, also „sneaker socken kaufen“. Aber „was ist eine sneaker socke“ oder „welche sockenarten gibt es“, dass ich hier schon präsent bin und mich als Marke etabliert habe, bekannt gemacht habe, dann wird’s auch hier leichter. Also das heißt, hier haben wir dieses Zusammenspiel und ich sollte einfach die gesamte Customer-Journey mit meiner Keyword-Recherche abdecken, darum geht’s.

 

Wie erstellen wir unsere Keyword-Recherche?

Dafür fangen wir erstmal mit dem wichtigen Tool an: deinem Kopf. Das heißt, ich mache mir erstmal Gedanken für erste Keywordideen: Was könnten die denn generell eingeben? Welche Synonyme gibt es? Dass ich mal anfange, einfach eine Excel-Liste nehme und mal runterschreibe: Was gibt es denn? „Sneaker socken“, „söckchen“ oder vielleicht auch „füßlinge“, gibt es die verschiedenen Varianten, und das könnte ich mir einfach mal in der Keywordliste runterschreiben.

Die Keywordrecherche Tools

Im nächsten Schritt gehe ich dann in ein Tool rein und prüfe diese Ideen schon mal und taste mich einfach mal dieser verschiedenen Möglichkeiten entlang. Ich könnte auch einfach zum Beispiel mal in Google da hergehen und schauen: Was wird denn hier vorgeschlagen? Oder was hat denn der Wettbewerb für verschiedene Arten? Das heißt, ich schaue hier einfach mal: Was gibt es denn hier? Zum Beispiel Zalando sagt hier „Füßlinge“ oder ich sehe hier als Idee noch „Damen Sneaker-Socken“. Offensichtlich, klar. Aber ich kann hier über diese Suchergebnis-Seite schon mal meine ersten Ideen sammeln. Das heißt also, diese Excel-Liste erweitere ich nach und nach.

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Die W-Fragen für deine Keywordrecherche mit AnswerThePublic

Dann gehe ich weiter, zum Beispiel in AnswerThePublic und gebe hier „sneaker socken“ ein, wähle hier „Germany“ und „Deutsch“ aus, sage „Suche“, und nun sammelt dieses Tool aus verschiedenen Quellen die häufigsten Suchanfragen.

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Das wird einmal zum Beispiel in diesem Rad hier dargestellt oder ich kann es auch weiter unten alphabetisch mir anschauen und mir da auch wieder Ideen rausholen. Auch dort erweitere ich nach und nach meine Excel-Liste, meine Ideen. Im nächsten Schritt kann ich zum Beispiel hier in der Google Search Console – ist ebenfalls kostenlos – schauen: Welche Suchanfragen werden denn aktuell schon eingegeben und wofür ich schon gefunden werde? Das heißt, ich sammle immer mehr und mehr Ideen, wonach gesucht wird, wofür ich potenziell auch schon gefunden werde, ich werfe alles in einen Topf erstmal.

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Im nächsten Schritt schaue ich mir den Wettbewerb an. Nehmen wir einmal an, wir sind ein Start-up für Sneakersocken und snocks.com ist ein Wettbewerber von uns. Als Tools kann ich hier SISTRIX und XOVI nutzen, um die Wettbewerber zu analysieren. Wofür werden die Wettbewerber gefunden? Wenn ich die Domain eingetippt habe, unter „Keywords“ kann ich mir die, zum Beispiel hier in SISTRIX, exportieren als Excel-Datei.

seo-keywordrecherche-sistrix

Ich kann aber auch zum Beispiel sagen: Wir wollen uns jetzt mal rein konzentrieren auf „sneaker socken“. Wofür werden die denn schon gefunden? Wenn ich aber jetzt noch mal allgemein – ich nehme mal diesen Filter wieder raus – exportiere, habe ich natürlich mehr die Möglichkeit, mir noch mal weitere Ideen heranzuziehen. Also wenn wir „sneaker socken“ natürlich filtern würden, dann käme ich nie auf „füßlinge“. So muss ich mich da entlangtasten. In XOVI sieht es so aus, dass ich „snocks.com“ eingebe und unter „Keywords“, „Alle Keywords„ kann ich mir diese dann ebenfalls noch alle anschauen.

Keywordtool.io: Das ultimative Tool für deine Keywordrecherche

Das heißt, wir haben schon mal einen großen Datenpool und müsste jetzt aber natürlich untersuchen: Wie oft wird denn nach diesen Keywords gesucht? Das bedeutet dann das Suchvolumen. Suchvolumen heißt: Wie oft wird dieses Keyword monatlich gesucht? Diese Angabe ist immer der Durchschnitt der letzten zwölf Monate. Um das zu prüfen, haben wir hier zum Beispiel – ich nutze immer sehr gerne – keywordtool.io.

Hier hat man sehr schnell und einfach die Möglichkeit… Ich habe jetzt hier schon „sneaker socken“ eingegeben, für die Region „Germany“, „Deutsch“. Hier muss ich auf der linken Seite immer darauf achten, dass hier entsprechend das auch so dargestellt ist. „Save“. Jetzt erhalte ich entsprechend diese Informationen, wie oft danach monatlich gesucht wird und kann hier nach und nach diese vielen Informationen erhalten. „Sneaker socken kinder“ wird also 1000-mal pro Monat gesucht. Dahinter sehen wir noch den Trend, kann darauf auch noch mal klicken und sehe hier, scheinbar ist schon auch eine gewisse Saisonalität hier drin. Wir können es auch noch mal hier schauen. Na ja, hier jetzt weniger. Also hier oben ist es halt die generelle Übersicht und man sieht eine gewisse Entwicklung immer auch.

 

So kann ich dann letztlich auch für mich herauslesen: Gibt es eine Saisonalität? Muss ich damit rechnen, dass zu bestimmten Monaten häufiger gesucht wird? Ab wann kann ich zum Beispiel sagen: „Okay, denken wir jetzt an Google Ads.“? Wann muss ich auf jeden Fall präsent sein?

Google Keyword-Planner vs. andere Keywordrecherche-Tools

Keywordtool.io finde ich von der Usability her sehr gut. Bei dem Keyword-Planner gibt es halt sehr häufig Performance-Nachteile. Deswegen sind wir im Kern schon mal umgestiegen auf keywordtool.io, weil der Keyword-Planner von Google-Ads wirklich manchmal sehr träge ist. Voraussetzung ist auch für den Keyword-Planner, dass ihr ein gewisses monatliches Mindestbudget in Google-Ads ausgebt. Ansonsten gibt es halt nur grobe Richtwerte, 1.000 bis 10.000 Suchanfragen zum Beispiel als Angabe für ein Keyword, und damit kann man nicht arbeiten. Dementsprechend empfehle ich euch auf jeden Fall keywordtool.io, es kostet 79 Dollar, glaube ich, aktuell pro Monat. Oder alternativ kann man natürlich auch SISTRIX oder XOVI nutzen zur Keyword-Recherche, da diese auch die Angabe des Suchvolumens angeben, wie häufig also danach gesucht wird. Hier kann man zum Beispiel jetzt sortieren nach dem Suchvolumen, hier ist die Angabe 40.500.

Das Keyword-Merge-Tool

Noch eine finale Idee für die Keyword-Sammlung für dich ist ein Keyword-Merge-Tool, insbesondere dann, wenn du zum Beispiel viele Filialen hast. Wenn du zum Beispiel sagst: „Wir haben jetzt ein Autohaus und die wollen gefunden werden für die Marken Renault und Dacia, und die haben fünf Standorte.“ Also sagen wir „renault bochum“, „renault hagen“, „renault düsseldorf“ und so weiter und so fort; haben wir viele, viele verschiedene Varianten von Keywords und potenziell auch noch ergänzend „gebrauchtwagen“, „neuwagen“ und so weiter. Also viele Varianten, und damit ich nicht alles runtertippen muss, gibt es dieses Merge-Tool toptal.com.

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Findet hier entsprechend die Möglichkeit, kann ich hier „nutzfahrzeug“, „neuwagen“ „renault“, und hier kann man das dann so eintippen „köln“. „Merge“ und schon kann ich mir diese Keywords herausziehen und dann letztlich prüfen. Zum Beispiel bei keywordtool.io kann ich diese hier eingeben und erhalte direkt das Suchvolumen.

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Final geht es darum: Wir haben eine Liste von 500, 1.000, 2.000 Keywords gesammelt und diese müssen wir jetzt clustern. Also wir nehmen an, zum Beispiel wir haben „sneaker socken kinder“, „füßlinge kinder“ und die verschiedenen Keywords, die zusammenpassen, das machen wir daraus ein Cluster, die können wir dann nachher auf einer Unterseite, auf einer Kategorieseite optimieren. Die Frage ist natürlich: Wie viele Keywords soll ich überhaupt definieren? Das hängt von eurer Zeitressource ab. Ich würde jetzt einfach mal anfangen vielleicht mit 200 Keywords, diese dann zu priorisieren in Cluster, und wenn ihr diese dann priorisiert habt, könnt ihr die dann einfach nach und nach abarbeiten.

 

Gerade für Start-ups lohnt es sich erstmal in eine Nische reinzugehen, oder für Websites, die… Wenn ihr noch nie Suchmaschinenoptimierung betrieben habt, lohnt es sich eigentlich, erstmal in Nischen reinzugehen, das heißt in Keyword-Felder, die noch nicht so umkämpft sind. Das sind meistens so zwei, drei, vier Wortkombinationen, da reinzugehen, also zum Beispiel nicht direkt auf „sneaker socken“ zu gehen oder „socken“, sondern „sneaker socken kinder schuhgröße“ – Was haben die für eine Größe? – „30“. Dass man damit vielleicht anfängt, mit so einem längeren Keyword, darauf zu optimieren, schnellere Erfolge zu haben, und dann nach und nach auch mittelfristig mal umkämpftere Keywords mit hinzuzunehmen. So würde ich vorgehen. Wie viele Keywords man dann definiert oder was richtig ist, das gibt es eigentlich gar nicht. Man muss einfach nur schauen, dass man sich mal schnell ein Paket macht von Keywords mit Unterseiten und die einfach nach und nach angeht, priorisiert.

Priorisierung in der Keywordoptimierung

„Priorisiert“ ist natürlich ein wichtiges Stichwort. Man muss natürlich schauen, wofür optimierst du? Wenn ihr einen Onlineshop betreibt, habt ihr eine gewisse Marge. Oder natürlich B2B-Unternehmen genauso, gibt es Produktbereiche oder Leistungsbereiche, die besonders profitabel sind für euch. Dann würde ich mich doch darauf erstmal stürzen, das zu priorisieren, dafür besser gefunden zu werden.

Ich hoffe, ich konnte für eure Keyword-Recherche schon mal wichtige Tipps geben, dass ihr damit auch richtig startet, und wünsche euch dabei viel Spaß.

 
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